Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen? Alle Kosten 2026

Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen? Alle Kosten 2026

Ein mittelgroßes Restaurant (60 Plätze, Bestandsobjekt) kostet in Deutschland realistisch 200.000 bis 350.000 € bis zur Eröffnung – inklusive Umbau, Küche, Kaution, Betriebsmittelreserve und Puffer. Wer nur Möbel und Miete rechnet, unterschätzt den Kapitalbedarf typischerweise um 30–50 %.

Dieser Artikel behandelt Deutschland und nur die Kosten. Den Prozess finden Sie in der Restaurant-eröffnen-Checkliste für Deutschland; die separate Österreich-Version berücksichtigt Gastgewerbeberechtigung, Betriebsanlage und österreichische Kostenlogik.

GastroDok Redaktion · Veröffentlicht am

Die Kostenblöcke im Überblick

Für ein 60-Plätze-Restaurant in Deutschland entstehen die größten Kosten vor dem ersten Gast: Umbau, Küche, Theke, Möbel, Kaution, Warenerstausstattung und drei Monatsfixkosten Reserve. Der Businessplan muss jeden Block mit Angebot, Annahme oder Erfahrungswert belegen.

KostenblockBandbreite Beispiel 60 PlätzePlanungshinweis
Umbau / Renovierung30.000–120.000 €Gewerkeangebote einholen, Reserven einplanen
Küchentechnik35.000–80.000 €Gebraucht spart 30–50 %, Anschlüsse prüfen
Theke / Schank10.000–25.000 €Zapftechnik, Kühlung, Leitungen
Möblierung15.000–30.000 €250–450 €/Sitzplatz
Kasse / POS2.000–5.000 €TSE, Drucker, Handhelds, Einrichtung
Kleininventar4.000–8.000 €Geschirr, Besteck, GN-Behälter, Kleingeräte
Lüftung / Brandschutz8.000–30.000 €Kostensprenger; vor Mietvertrag prüfen
Kaution3 MonatsmietenLiquidität gebunden, nicht als Reserve rechnen
Ablöse / Makler0–30.000 €Nur für werthaltiges Inventar zahlen
Genehmigungen / Beratung3.000–8.000 €Gebühren, Planung, Steuerberater, Gutachten
Eröffnungsmarketing5.000–12.000 €Fotos, Website, lokale Kampagnen, Opening
Warenerstausstattung5.000–10.000 €Food, Getränke, Verbrauchsmaterial
Betriebsmittelreserve3 MonatsfixkostenPflicht, sonst ist die Anlaufphase nicht finanziert

Nutzen Sie die Prozessseite für Genehmigungsreihenfolge und Dokumente: Restaurant eröffnen in Deutschland.

Der unterschätzte Posten: Lüftung, Brandschutz, Auflagen

Der häufigste Kostensprenger ist die Haustechnik: Eine neue Lüftungsanlage kann allein 15.000–50.000 € kosten. Klären Sie vor Mietvertragsunterschrift den Zustand von Lüftung, Fettabscheider, Starkstrom, Brandschutzauflagen und Nutzungsänderung schriftlich mit Fachplaner oder Behörde.

Lassen Sie sich Wartungsprotokolle, Pläne und frühere Auflagen zeigen. Was im Besichtigungstermin wie ein kleiner Umbau wirkt, kann später eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung oder eine teure Brandschutzauflage werden. Bei Übernahmen ist der Pachtvertrag Gastronomie deshalb wirtschaftlich genauso wichtig wie die Speisekarte.

Laufende Kosten ab Tag 1

Ab dem ersten Öffnungstag laufen Fixkosten unabhängig vom Umsatz: Miete, Energie, Personal, Unternehmerlohn, Versicherungen, Buchhaltung, Marketing und Instandhaltung. Wer den eigenen Unternehmerlohn nicht einplant, baut einen scheinbar tragfähigen Businessplan auf unbezahlter Selbstausbeutung.

MonatsfixkostenBeispielwertKommentar
Miete4.500 €Objekt und Lage bestimmen den Hebel
Energie1.800 €Küche, Kühlung, Lüftung, Spültechnik
Personal inkl. AG-Kosten19.000–25.000 €Größter Block, Dienstplan realistisch rechnen
Unternehmerlohn3.000 €Muss eingeplant sein
Versicherungen350 €Haftpflicht, Inhalt, ggf. Unterbrechung
Buchhaltung450 €Lohn, Fibu, BWA
Marketing600 €Fotos, Anzeigen, lokale Aktionen
GEMA / Lizenzen120 €Musik, Software, Reservierung
Instandhaltung400 €Kleine Reparaturen, Wartungen
Sonstiges500 €Bank, Reinigung, Beiträge, Reserve

Der Wareneinsatz wird zusätzlich variabel geplant. Für die Gastronomie sind 15–20 % Eigenkapitalerwartung und ein sauberer Monats-Cashflow wichtiger als ein schöner Umsatzwunsch.

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Banken erwarten häufig 15–20 % des Gesamtkapitalbedarfs als Eigenmittel; bei 260.000 € Kapitalbedarf also ungefähr 40.000–55.000 €. Förderwege wie KfW-Gründerkredite laufen über die Hausbank, und Anträge müssen vor Vorhabensbeginn gestellt werden.

Prüfen Sie Programme der KfW, Bürgschaftsbanken der Länder und die Informationen des BMWK-Portals existenzgruender.de. Für Österreich gelten andere Förderstellen wie aws/ÖHT; nutzen Sie dafür die Österreich-Version zur Restauranteröffnung und ergänzend Informationen der WKO.

Beispielrechnung: 60-Plätze-Restaurant komplett

In unserem Beispiel ergeben 233.500 € Investitionen plus 10 % Puffer rund 257.000 € Kapitalbedarf. Mit 60.000 € Eigenkapital und 220.000 € Darlehen bleibt die Liquidität in der 24-Monatsplanung positiv, wenn der Break-Even bei etwa 47.000 € Netto-Monatsumsatz erreicht wird.

PositionBetragEinordnung
Investitionen gesamt233.500 €Umbau, Küche, Theke, Möbel, Kaution, Erstausstattung
10 % Puffer23.350 €Unvermeidbar für Nachträge und Verzögerungen
Kapitalbedarf gerundet257.000 €Planwert für Finanzierung
Eigenkapital60.000 €Über 20 %, bankfähiger Einstieg
Darlehen220.000 €Inklusive Betriebsmittelrahmen
Break-Even~47.000 € Netto-MonatsumsatzBei geplanter Wareneinsatz- und Personalquote
Liquidität24 Monate positivNur mit Betriebsmittelreserve

Die Umsatz- und Margenlogik muss zur Karte passen. Dafür verknüpfen Sie Businessplan, Kalkulation Gastronomie und Personalplanung.

Woran Finanzierungen scheitern

Finanzierungen scheitern selten an einer einzigen Zahl, sondern an fehlender Herleitung: kein Unternehmerlohn, keine Betriebsmittelreserve, Umsätze ohne Sitzplatzlogik, keine Angebote für Investitionen oder eine Personalquote über 45 %. Banken finanzieren nachvollziehbare Planung, nicht Hoffnung.

  • Unternehmerlohn fehlt oder wird erst „später“ entnommen.
  • Betriebsmittelreserve unter drei Monatsfixkosten.
  • Umsatzplanung ohne Plätze, Öffnungstage, Bon und Auslastung.
  • Investitionen ohne Angebote oder belastbare Vergleichswerte.
  • Personalquote über 45 % ohne Gegenmaßnahmen.

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Häufige Fragen

Was kostet ein kleines Café?
Ein kleines Café kann deutlich günstiger starten als ein Vollrestaurant: realistisch 30.000–80.000 €, je nach Objektzustand, Küchentiefe, Einrichtung und vorhandener Technik. Ohne Umbau, mit gebrauchtem Inventar und kleiner Karte sinkt der Bedarf erheblich.
Kann ich mit 10.000 € ein Restaurant eröffnen?
Für ein klassisches Restaurant ist das unrealistisch. Möglich sind allenfalls Sonderfälle wie Übernahme mit bestehendem Inventar, sehr kleine Pop-up- oder Foodtruck-Modelle, private Ausstattung und zusätzliche Finanzierung. Rechnen Sie ehrlich Betriebsmittel und Unternehmerlohn mit.
Was kostet eine Gaststättenerlaubnis?
Die Gebühren hängen von Kommune und Bundesland ab, liegen häufig im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich; hinzu kommen Unterrichtung, Führungszeugnis und Gewerbezentralregisterauszug. Klären Sie die konkrete Gebühr direkt beim zuständigen Gewerbeamt.
Ist eine gebrauchte Gastro-Küche sinnvoll?
Ja, wenn Zustand, Anschlusswerte, Ersatzteile und Gewährleistung geprüft sind. Gebrauchte Küchentechnik kann 30–50 % sparen, darf aber keine versteckten Kosten durch Reparaturen, fehlende Haubenleistung oder nicht passende Strom-/Gasanschlüsse verursachen.
Wie hoch sollte die Betriebsmittelreserve sein?
Mindestens drei Monatsfixkosten. Diese Reserve finanziert Personal, Miete, Energie, Marketing und Anlaufverluste, bis Stammgäste und Auslastung wachsen. Ohne Reserve wird selbst ein gutes Konzept bei zwei schwachen Monaten illiquide.
Welche Versicherungen brauche ich ab Tag 1?
Mindestens Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung und je nach Objekt Glas-, Elektronik-, Betriebsunterbrechungs- und Rechtsschutzbausteine. Wenn Mitarbeitende beschäftigt werden, läuft die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft.
Was kostet ein Franchise-Einstieg?
Das lässt sich seriös nicht pauschal beziffern. Je System fallen Eintrittsgebühr, laufende Franchise- und Marketinggebühren, Investitionsvorgaben, Schulungskosten und Standortanforderungen an. Prüfen Sie Beispiel-P&L, Gebietsschutz und Exit-Klauseln besonders genau.
Wie lange dauert es bis zum Break-Even?
Typisch sind 6–18 Monate mit Anlaufphase. Entscheidend sind Fixkosten, Personalquote, Wareneinsatz, Sitzplatzauslastung und Wiederbesuchsrate. Planen Sie nicht mit Vollauslastung ab Monat eins, sondern mit einem realistischen Ramp-up.

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