QR-Code für die Speisekarte: Technik, Druck und Praxis

Zuletzt aktualisiert: · GastroDok-Redaktion · Redaktionell geprüft von Tobias Quass

Das Wichtigste in Kürze

Ein QR-Code für die Speisekarte ist ein gedruckter Verweis auf eine Webadresse. Entscheidend für die Praxis sind vier Punkte: ein Ziel, das dauerhaft gleich bleibt; die Wahl zwischen statischem und dynamischem Code vor dem Druck; eine Größe, die zur Lesedistanz passt (Faustregel etwa 10:1) samt Ruhezone von vier Modulbreiten; und ein ausreichender Helligkeitskontrast zwischen Modulen und Hintergrund. Diese Seite erklärt die Technik. Die Karte selbst, auf die der Code zeigt, betreiben Sie mit der Digitale Speisekarte.

Wie ein QR-Code entsteht und wohin er zeigen sollte

Ein QR-Code ist kein Speicher für Ihre Karte, sondern ein maschinen­lesbar gedruckter Text. In aller Regel ist dieser Text eine Webadresse. Die Kamera liest das Modulmuster, dekodiert daraus die Zeichenkette und bietet an, die Adresse im Browser zu öffnen. Alles, was Ihre Gäste danach sehen, kommt von der Seite hinter dieser Adresse — der Code selbst weiß nichts von Gerichten, Preisen oder Allergenen.

Daraus folgt die wichtigste Entscheidung vor dem Erzeugen: Welche Adresse steht im Code? Sinnvoll ist eine kurze, sprechende Adresse auf einer Domain, über die Sie selbst verfügen. Kurze Adressen erzeugen weniger Daten, weniger Daten erzeugen weniger Module, und weniger Module bedeuten größere Einzelquadrate bei gleicher Druckgröße — also ein Code, der aus größerer Entfernung und bei schlechterem Licht noch gelesen wird. Ungeeignet sind Adressen mit langen Parameterketten, Freigabelinks aus Cloud-Speichern und direkte Verweise auf eine PDF-Datei mit Versionsnummer im Dateinamen: Jede Änderung an dieser Datei bricht den gedruckten Code.

Statischer gegen dynamischen QR-Code

Beim statischen Code ist die Zieladresse Teil des Codes. Er funktioniert ohne Zwischendienst, ohne Vertrag und ohne laufende Kosten — und er ist unveränderlich. Beim dynamischen Code steht eine Weiterleitungsadresse im Muster; welcher Inhalt am Ende ausgeliefert wird, entscheidet der Weiterleitungsdienst. Sie können das Ziel später umstellen, ohne die Aufsteller neu zu drucken, und Sie können Aufrufe zählen. Dafür hängt jeder gedruckte Aufsteller an der Verfügbarkeit dieses Dienstes: Wird er eingestellt oder das Konto gekündigt, laufen alle Codes im Haus ins Leere.

KriteriumStatischDynamisch
Ziel nachträglich änderbarneinja
Abhängigkeit von einem Dienstkeinedauerhaft
Scans zählbarnur serverseitig auf der Zielseiteim Weiterleitungsdienst
Codedichte bei kurzer Adressegeringgering
Laufende Kostenkeineje nach Anbieter

Ein häufig übersehener dritter Weg: ein statischer Code, der auf eine feste Adresse Ihrer eigenen Domain zeigt, hinter der Sie die Weiterleitung selbst steuern. Damit bleibt das Ziel änderbar, ohne dass ein fremder Dienst zwischen Ihren Gästen und Ihrer Karte steht.

Mindestgröße, Ruhezone und Druckauflösung

Die Größe richtet sich nach der Entfernung, aus der gescannt wird. Als Planungsregel hat sich ein Verhältnis von etwa 10:1 etabliert: Kantenlänge des Codes gleich Lesedistanz geteilt durch zehn. Für die typischen Situationen im Betrieb ergibt das:

SituationTypische LesedistanzKantenlänge nach 10:1
Tischaufsteller, sitzender Gastca. 30 cmca. 3 cm
Tresen oder Theke, stehendca. 50 cmca. 5 cm
Aushang neben dem Eingangca. 1 mca. 10 cm
Schaufenster, von außenca. 2 mca. 20 cm

Diese Werte sind eine Untergrenze für gute Bedingungen. Rechnen Sie Reserve ein, wenn der Code viele Module hat, wenn im Gastraum wenig Licht ist oder wenn der Aufsteller schräg steht. Zusätzlich gehört zu jedem Code eine Ruhezone: ein freier Rand von mindestens vier Modulbreiten rundum, im QR-Standard ISO/IEC 18004 festgelegt. Die Ruhezone ist Bestandteil des Codes, nicht Weißraum im Layout — wird sie für einen Rahmen, einen Text oder einen Beschnitt geopfert, steigt die Fehlerquote deutlich.

Für den Druck gilt: Vektor schlägt Pixel. Ein SVG oder EPS bleibt in jeder Größe kantenscharf. Wenn nur eine Pixeldatei vorliegt, sollte sie in Endgröße mit mindestens 300 dpi angelegt sein und darf nicht nachträglich hochskaliert werden — hochskalierte Codes bekommen weiche Modulkanten, an denen die Dekodierung scheitert. Achten Sie außerdem darauf, dass die Modulkanten im Druck auf ganze Pixel beziehungsweise saubere Kanten fallen und der Code nicht durch JPEG-Kompression verwaschen wird.

Kontrast und Fehlerkorrektur

Ein Scanner unterscheidet helle und dunkle Module. Maßgeblich ist also der Helligkeitsunterschied, nicht der Farbton: Ein dunkelblauer Code auf Creme funktioniert, ein mittelgrauer auf Beige nicht. Halten Sie die dunklen Module deutlich dunkler als den Hintergrund und verzichten Sie auf Verläufe, Fotos oder Muster hinter dem Code. Invertierte Codes — helle Module auf dunklem Grund — werden von vielen Kameras nicht erkannt; wenn Ihr Gestaltungskonzept dunkle Flächen vorsieht, setzen Sie den Code auf ein helles Feld darin.

Die Fehlerkorrektur nach Reed-Solomon ist im QR-Standard in vier Stufen festgelegt: Level L stellt rund 7 Prozent der Codewörter wieder her, M rund 15, Q rund 25 und H rund 30 Prozent. Ein höheres Level verzeiht Fingerabdrücke, Soßenspritzer, Knicke und eine teilweise Verdeckung — es erhöht aber die Datenmenge und damit die Anzahl der Module, sodass die einzelnen Quadrate bei gleicher Druckgröße kleiner werden. Für Tischaufsteller ist M ein vernünftiger Ausgangspunkt. Q oder H empfehlen sich, wenn ein Logo in der Mitte des Codes liegt: Diese Überdeckung muss die Fehlerkorrektur auffangen, und sie sollte einen klar kleineren Anteil der Fläche einnehmen als das gewählte Level abdeckt.

Platzierung: Tisch, Tresen, Schaufenster

Am Tisch steht der Code auf einer Zeltkarte oder einem Aufsteller, den der Gast in die Hand nehmen kann — das gleicht schlechten Lichtwinkel und Sitzabstand aus. Eine flach aufgeklebte Variante direkt auf der Tischplatte ist praktisch beim Reinigen, aber anfällig für Spiegelungen unter Deckenleuchten. Achten Sie darauf, dass Besteck, Menage oder Tischdecke den Code nicht teilweise verdecken.

Am Tresen wird stehend und aus größerer Entfernung gescannt; hier lohnen sich eine größere Kantenlänge und eine kurze Beschriftung, die erklärt, was hinter dem Code liegt („Speisekarte scannen"). Ohne Beschriftung scannen viele Gäste gar nicht erst, weil sie eine Werbeseite vermuten.

Im Schaufenster kommen zwei Besonderheiten hinzu: Die Scheibe spiegelt, und der Code wird von außen gelesen. Kleben Sie den Code deshalb außen oder innenseitig seitenrichtig auf, planen Sie deutlich mehr Kantenlänge ein und prüfen Sie ihn zu unterschiedlichen Tageszeiten. Direkte Sonneneinstrahlung bleicht Druckfarben mit der Zeit aus und senkt den Kontrast — kontrollieren Sie Außenaufkleber regelmäßig.

Wenn sich die Karte ändert

Solange der Code auf eine gleichbleibende Adresse zeigt und sich nur der Inhalt dieser Seite ändert, bleibt jeder gedruckte Aufsteller gültig — bei Preisanpassungen, Tageskarten und Saisonwechseln gleichermaßen. Neu gedruckt werden muss erst, wenn sich die Adresse selbst ändert. Das passiert häufiger als gedacht: bei einem Domainwechsel, bei einem Anbieterwechsel, beim Umbenennen einer verlinkten Datei oder wenn ein Weiterleitungsdienst abgeschaltet wird. Halten Sie deshalb fest, welche Adresse in welchem Aufsteller steckt, und prüfen Sie die Codes bei jedem Relaunch. Ein toter Code am Tisch kostet mehr Vertrauen als eine gedruckte Karte, die nicht ganz aktuell ist.

Scans nachverfolgen — und die Datenschutzfrage

Ein QR-Code selbst zählt nichts. Gezählt wird entweder beim Weiterleitungsdienst eines dynamischen Codes oder auf Ihrer eigenen Zielseite. Beides ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten, sobald IP-Adressen, Gerätekennungen oder Kennungen aus dem Endgerät erhoben werden. Nötig sind dann eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO, ein Eintrag in der Datenschutzerklärung und, wenn Informationen im Endgerät gespeichert oder ausgelesen werden — etwa über Cookies —, eine Einwilligung nach § 25 TDDDG. Setzt ein externer Dienst diese Zählung um, brauchen Sie zusätzlich einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Wenn Sie nur wissen wollen, ob der Code überhaupt genutzt wird, reicht meist eine aggregierte Aufrufzahl ohne Personenbezug. Dies ist keine Rechtsberatung.

Praktisch sinnvoll ist getrenntes Zählen nur, wenn Sie daraus etwas ableiten: unterschiedliche Adressen für Tisch, Tresen und Schaufenster zeigen, welcher Aufstellort tatsächlich funktioniert. Getrennte Codes pro Tisch bringen für die reine Kartenansicht selten einen Erkenntnisgewinn und vervielfachen den Pflegeaufwand.

Typische Fehler, die zu nicht lesbaren Codes führen

  • Zu klein gedruckt: der Code wurde für den Bildschirm entworfen und ungeprüft in ein Druck-Layout gesetzt.
  • Ruhezone beschnitten: ein Rahmen, ein Hintergrundbild oder der Beschnitt beim Druck nimmt dem Code den freien Rand.
  • Zu wenig Kontrast: Pastelltöne auf hellem Untergrund oder eine Farbwahl, die nur am Monitor deutlich wirkt.
  • Invertiert: helle Module auf dunklem Grund werden von vielen Kameras nicht dekodiert.
  • Hochskaliertes Pixelbild: unscharfe Modulkanten oder JPEG-Artefakte statt eines Vektors.
  • Spiegelnde Oberfläche: Hochglanzlaminat, Glasrahmen oder eine Folie unter einer Deckenleuchte.
  • Gewölbter Untergrund: Codes auf Flaschen, Bechern oder geknickten Karten verzerren das Modulraster.
  • Logo zu groß: die Überdeckung in der Mitte überschreitet, was das gewählte Fehlerkorrekturlevel ausgleichen kann.
  • Totes Ziel: die hinterlegte Adresse existiert nicht mehr — technisch ist der Code einwandfrei, für den Gast trotzdem wertlos.
QR-Code für die Speisekarte: Funktionsübersicht mit Code-Erzeugung, Zielseite der digitalen Karte am Smartphone und druckfertigem Tischaufsteller
Funktionsübersicht: QR-Code erzeugen, Zielseite am Smartphone prüfen und Aufsteller druckfertig ausgeben.

Anleitung in vier Schritten

  1. Schritt 1: Ziel festlegen, auf das der Code zeigt

    Bevor ein Code entsteht, muss die Zieladresse feststehen und dauerhaft gültig bleiben. Verweisen Sie auf eine eigene, kurze URL Ihrer Domain, nicht auf eine Datei mit wechselndem Namen und nicht auf eine Freigabeadresse aus einem Cloud-Speicher.

  2. Schritt 2: Statisch oder dynamisch entscheiden

    Ein statischer Code trägt die Zieladresse selbst in den Modulen. Ein dynamischer Code trägt eine Weiterleitungsadresse, deren Ziel Sie später ändern können. Die Entscheidung fällt vor dem Druck, weil sie sich danach nur mit neuen Aufstellern korrigieren lässt.

  3. Schritt 3: Code als Vektor erzeugen und Ruhezone einhalten

    Erzeugen Sie den Code als SVG oder EPS. Vektoren lassen sich für Aufsteller, Aufkleber und Plakate ohne Kantenverlust skalieren. Rund um den Code bleibt eine freie Ruhezone von mindestens vier Modulbreiten stehen — sie gehört zum Code und darf nicht beschnitten werden.

  4. Schritt 4: Probedruck unter Gastraumlicht prüfen

    Drucken Sie den Aufsteller in Endgröße und testen Sie ihn mit mehreren Geräten aus etwa der Entfernung, aus der Ihre Gäste ihn später scannen — sitzend am Tisch, stehend am Tresen. Prüfen Sie auch bei gedämpftem Abendlicht und bei Sonne durch die Scheibe.

Wohin der Code zeigen kann

Die Zielseite entscheidet über den Eindruck nach dem Scan. Ein A4-PDF zwingt am Handy zum Zoomen und Schieben; eine für kleine Bildschirme gebaute Seite nicht. Wie eine solche Karte samt Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen aufgebaut ist und was sie kostet, beschreibt die Digitale Speisekarte. Wenn aus dem Scan zusätzlich eine Abholbestellung werden soll, zeigt das Bestellsystem für die Gastronomie den Ablauf; der Vergleich zu Plattformen steht unter Lieferando-Alternative. Für die gedruckte Karte am Tisch gibt es die Speisekarte-Vorlage.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein QR-Code auf einer Tischkarte mindestens sein?
Als Faustregel gilt ein Verhältnis von etwa 10:1 zwischen Lesedistanz und Kantenlänge des Codes: Aus 30 cm Entfernung sollte der Code also rund 3 cm Kantenlänge haben. Für Tischaufsteller sind 3 bis 4 cm ein üblicher Wert, für einen Aufkleber am Schaufenster, der aus zwei Metern gescannt wird, entsprechend rund 20 cm. Dazu kommt die Ruhezone. Der Wert ist eine Planungsregel, keine Norm — je dichter der Code, desto mehr Reserve sollten Sie einplanen.
Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem QR-Code?
Beim statischen Code steht die Zieladresse unmittelbar in den Modulen des Codes. Ändert sich das Ziel, muss der Code neu erzeugt und neu gedruckt werden. Beim dynamischen Code steht eine Weiterleitungsadresse im Code; das eigentliche Ziel liegt beim Weiterleitungsdienst und lässt sich dort ändern, ohne die gedruckten Aufsteller anzufassen. Dafür hängt der Code dauerhaft an der Verfügbarkeit dieses Dienstes.
Welches Fehlerkorrekturlevel soll ich wählen?
Der QR-Standard ISO/IEC 18004 kennt vier Level: L, M, Q und H. Sie erlauben die Wiederherstellung von etwa 7, 15, 25 beziehungsweise 30 Prozent der Codewörter. Höhere Level machen den Code robuster gegen Flecken, Knicke und Teilverdeckung, erzeugen bei gleicher Datenmenge aber mehr Module und damit ein feineres Raster. Für Speisekarten-Aufsteller ist M ein üblicher Ausgangspunkt; Q oder H sind sinnvoll, wenn ein Logo in der Mitte liegt oder der Code stark beansprucht wird.
Darf ein QR-Code farbig sein?
Ja, solange die dunklen Module deutlich dunkler sind als der Hintergrund. Ausschlaggebend ist der Helligkeitsunterschied, nicht der Farbton. Vermeiden Sie helle Module auf dunklem Grund (invertierte Codes), Verläufe hinter dem Code und Fotos als Untergrund — viele Kameras erkennen solche Varianten unzuverlässig.
Muss ich einen neuen Code drucken, wenn sich die Karte ändert?
Nein, sofern der Code auf eine dauerhaft gleichbleibende Adresse zeigt und sich nur der Inhalt dieser Seite ändert. Neu gedruckt werden muss nur, wenn sich die Adresse selbst ändert — etwa bei einem Wechsel der Domain, einem neuen Dateinamen oder einem Umzug auf einen anderen Anbieter.
Darf ich zählen, wie oft der Code gescannt wird?
Eine reine Zählung von Aufrufen ist möglich, sie ist aber eine Verarbeitung personenbezogener Daten, sobald IP-Adressen oder Gerätekennungen dabei erhoben oder gespeichert werden. Nötig sind dann eine Rechtsgrundlage, ein Eintrag in der Datenschutzerklärung und — je nach Umsetzung, etwa beim Setzen von Cookies oder beim Zugriff auf Endgeräteinformationen — eine Einwilligung nach § 25 TDDDG. Dies ist keine Rechtsberatung.
Warum lässt sich mein gedruckter Code nicht scannen?
Die häufigsten Ursachen sind: zu klein für die tatsächliche Lesedistanz, fehlende oder beschnittene Ruhezone, zu geringer Kontrast, invertierte Darstellung, ein aus einem Pixelbild hochskalierter unscharfer Code, spiegelnde Laminierung oder Glasabdeckung, ein gewölbter oder geknickter Untergrund sowie ein Ziel, das gar nicht mehr erreichbar ist.
Brauchen Gäste eine App zum Scannen?
Auf aktuellen Smartphones nicht: Die Kamera-App erkennt QR-Codes direkt und bietet das Öffnen der Adresse an. Ältere Geräte benötigen unter Umständen eine Scanner-App. Planen Sie deshalb einen alternativen Weg zur Karte ein, etwa eine ausgedruckte Fassung auf Nachfrage.

Verwandte Vorlagen & Ratgeber