Essensplan Vorlage: Wochenspeiseplan für Kantine, Kita und Pflegeheim erstellen

Essensplan Vorlage: Wochenspeiseplan für Kantine, Kita und Pflegeheim erstellen

Eine gute Essensplan Vorlage ist eine Wochentabelle von Montag bis Freitag (oder Sonntag) mit einer Zeile pro Menülinie, einer Spalte pro Tag sowie Feldern für Allergene nach LMIV und Zusatzstoffe nach ZZulV – ergänzt um eine Fußnoten-Legende, damit der Aushang rechtssicher ist.

Wer täglich für Betriebskantine, Kita, Schule, Pflegeheim oder Mittagstisch kocht, plant damit nicht nur das Essen, sondern erfüllt gleichzeitig die Kennzeichnungspflichten der Gemeinschaftsverpflegung.

GastroDok Redaktion · Veröffentlicht am

Speiseplan oder Speisekarte? Der Unterschied entscheidet über die Vorlage

Ein Speiseplan zeigt das wechselnde Essensangebot einer Einrichtung für einen festen Zeitraum – meist eine Woche – und hängt öffentlich aus, während eine Speisekarte das dauerhafte Bestellsortiment eines Restaurants abbildet; wer eine Kantine, Kita oder ein Pflegeheim verpflegt, braucht deshalb eine Wochenspeiseplan Vorlage und kein Restaurant-Kartenlayout.

Für die Restaurant-Karte: Speisekarten-Vorlage. Der Speiseplan beantwortet „Was gibt es am Mittwoch in Linie 2?" — Preise stehen oft nur pro Menülinie, dafür sind Allergen- und Zusatzstoffangaben Pflicht, auch am Schwarzen Brett, im Intranet oder in der Kita-App.

Aufbau einer Wochenspeiseplan Vorlage: Tage, Menülinien, Kennzeichnungsspalten

Eine praxistaugliche Wochenspeiseplan Vorlage besteht aus einer Tabelle mit den Wochentagen Montag bis Freitag (in Pflegeheimen bis Sonntag), einer Zeile je Menülinie – etwa Menü 1, Menü 2 vegetarisch, Suppe und Dessert – sowie je Gericht einem Feld für Allergen-Kürzel und Zusatzstoff-Ziffern samt Legende im Fußbereich.

TagMenü 1 (Vollkost)Menü 2 (vegetarisch)
MontagHähnchengeschnetzeltes mit Reis und Erbsen (i)Gemüselasagne (a, c, g, i)
DienstagSeelachsfilet mit Kartoffelpüree und Gurkensalat (d, g, j)Kartoffel-Gemüse-Auflauf (c, g)
MittwochRindergulasch¹ mit Spätzle (a, c, i)Linsen-Dal mit Vollkornreis (i)
DonnerstagPutenbraten mit Kartoffeln und Karottengemüse (g, i)Vollkorn-Pasta mit Tomaten-Linsen-Bolognese (a, i)
FreitagKürbissuppe mit Vollkornbrötchen (a, g, i)Kaiserschmarrn² mit Apfelmus (a, c, g)

Legende: a = glutenhaltiges Getreide, c = Eier, d = Fisch, g = Milch/Laktose, i = Sellerie, j = Senf. Zusatzstoffe: 1 = mit Konservierungsstoff, 2 = mit Farbstoff. Kopfzeile: Einrichtung, Kalenderwoche, Ausgabezeiten + Hinweis, wo Gäste detaillierte Allergeninfos erhalten.

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Pflichtangaben auf dem Speiseplan: Allergene nach LMIV/LMIDV, Zusatzstoffe nach ZZulV

Auch auf ausgehängten Speiseplänen der Gemeinschaftsverpflegung sind die 14 Allergene nach Anhang II der LMIV verpflichtend anzugeben – die deutsche LMIDV regelt seit 2017, wie das bei loser Ware erfolgen darf – und zusätzlich verlangt die ZZulV die Kenntlichmachung bestimmter Zusatzstoffe wie „mit Farbstoff" oder „mit Konservierungsstoff".

Die LMIDV erlaubt: schriftlich am Gericht, per Aushang, Kladde oder elektronisch — und mündlich nur mit schriftlicher Dokumentation plus sichtbarem Hinweis. In der Praxis ist die Fußnoten-Kennzeichnung direkt auf dem Wochenplan der einfachste rechtssichere Weg. Die Zusatzstoff-Kenntlichmachung nach § 9 ZZulV wird häufig übersehen:

PflichtangabeRechtsgrundlageBeispiele
14 AllergeneLMIV Anhang II i. V. m. LMIDVJedes Gericht mit betroffenen Zutaten
„mit Farbstoff"§ 9 ZZulVDesserts, Limonaden, Wurstwaren
„mit Konservierungsstoff"§ 9 ZZulVWurst, Käse, Oliven
„mit Geschmacksverstärker"§ 9 ZZulVBrühen, Soßen, Würzmischungen
„mit Phosphat"§ 9 ZZulVBrühwurst
„geschwefelt" / „geschwärzt"§ 9 ZZulVTrockenobst, schwarze Oliven
„mit Süßungsmittel(n)"§ 9 ZZulVZuckerreduzierte Desserts
„koffeinhaltig" / „chininhaltig"§ 9 ZZulVCola, Tonic Water

Fantasienamen entbinden nicht von der Kennzeichnung. Organisation: Allergenkennzeichnung und Liste der 14 Allergene.

DGE-Empfehlungen: So oft gehören Fleisch, Fisch und Gemüse auf den Wochenplan

Der DGE-Qualitätsstandard gibt konkrete Häufigkeiten pro 20 Verpflegungstage vor: täglich Gemüse oder Salat und täglich Getreide oder Kartoffeln, mindestens viermal Hülsenfrüchte und Vollkorn, viermal Fisch, aber höchstens viermal Fleisch und höchstens viermal Frittiertes – ein 4-Wochen-Plan lässt sich damit direkt gegenprüfen.

Quelle: DGE-Qualitätsstandards, Beispiel Mittagsverpflegung Kita/Schule pro 20 Verpflegungstage:

LebensmittelgruppeHäufigkeit pro 20 Verpflegungstage
Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln20× (täglich), davon mind. 4× Vollkorn, max. 4× Kartoffelerzeugnisse
Gemüse und Salat20× (täglich), davon mind. 8× Rohkost/Salat, mind. 4× Hülsenfrüchte
Milch und Milchproduktemind. 8×
Fisch4×, davon mind. 2× fettreicher Seefisch
Fleisch und Wurstmind. 2×, max. 4×
Frittierte/panierte Produktemax. 4×

Träger, Ausschreibungen und Zertifizierungen („DGE-geprüft") verlangen oft den Nachweis — eine Vorlage mit Zählspalte je Lebensmittelgruppe macht die Prüfung zum Abhaken.

Menüplanung nach Saison und Wareneinsatz: Der Plan steuert die Kosten

Der Wochenspeiseplan ist Ihr wichtigstes Kostensteuerungsinstrument: Wer saisonale Ware einplant, teure tierische Komponenten gezielt dosiert und je Woche eine kalkulatorisch günstige Linie (Eintopf, Pasta, Auflauf) setzt, hält den Wareneinsatz stabil im Zielkorridor, ohne dass die Tischgäste einen Sparplan bemerken.

Saisonales Gemüse ist günstiger und stärkt die DGE-Bilanz. Ein teurer Braten am Donnerstag lässt sich mit einem Linsen-Dal am Mittwoch ausgleichen. Jedes Gericht mit Rezeptur und Portionsgewicht durchkalkulieren: Speisenkalkulation.

4-Wochen-Rotationsplan: Praxistipps für weniger Planungsaufwand

Ein 4-Wochen-Rotationsplan bedeutet: Sie erstellen einmal vier vollständige, DGE-geprüfte und gekennzeichnete Wochenpläne und wiederholen diesen Zyklus mit saisonalen Anpassungen – so sinkt der Planungsaufwand deutlich, Bestellungen und Rezepturen standardisieren sich, und Gäste erleben trotzdem ausreichend Abwechslung.

  1. Gerichtepool aufbauen: 40–60 erprobte Rezepturen mit hinterlegten Allergenen, Zusatzstoffen und Wareneinsatz.
  2. Vier Wochenraster füllen: DGE-Häufigkeiten je Woche erfüllen; Hauptkomponenten nicht am selben Wochentag wiederholen („jeden Freitag Fisch"-Monotonie vermeiden).
  3. Saisonvarianten anlegen: je Rotationswoche zwei Versionen (Sommer/Winter), nur Beilagen/Gemüse tauschen, Kennzeichnung mitpflegen.
  4. Feedback einarbeiten: Rücklaufmengen und Ausgabezahlen notieren, Renner bleiben, Penner fliegen.
  5. Kennzeichnung zentral pflegen: Bei Lieferanten-/Rezepturänderung (neue Würzmischung mit Sellerie!) muss die Änderung in allen vier Wochenplänen ankommen — Allergene an der Rezeptur pflegen, nicht am einzelnen Aushang.

In Pflegeheimen bewährt: 6- bis 8-Wochen-Rotation; in Betriebskantinen reichen vier Wochen.

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Häufige Fragen

Müssen Allergene auch auf dem ausgehängten Speiseplan stehen?
Ja. Die Informationspflicht nach LMIV/LMIDV gilt auch für lose Ware in der Gemeinschaftsverpflegung. Kürzel plus Legende direkt am Gericht ist der einfachste Weg.
Gilt die Zusatzstoff-Kennzeichnung auch für Kantinen und Kitas?
Ja. § 9 ZZulV gilt für Gemeinschaftsverpflegung genauso wie für Restaurants — üblich sind Ziffern-Fußnoten.
Wie viele Menülinien sollte ein Wochenspeiseplan haben?
Zwei sind das Minimum (Vollkost plus vegetarisch), drei Standard in größeren Kantinen. Kitas meist eine Linie mit Alternativkomponente, Pflegeheime plus leichte Vollkost.
Speiseplan in Word oder Excel erstellen?
Word/PDF für den gestalteten Aushang, Excel für Planung und DGE-Zählung. Ideal: Vorlage mit fertigen Allergen-Spalten und Legende.
Wie oft sollte der Speiseplan wechseln?
Aushang wöchentlich, Menüsystem rotiert alle vier bis acht Wochen. Zweimal jährlich den Gerichtepool saisonal überarbeiten und gegen DGE-Häufigkeiten prüfen.
Ist ein Speiseplan dasselbe wie ein Essensplan?
Ja, synonym: „Essensplan" eher in Kita/Schule/Familie, „Speiseplan"/„Wochenspeiseplan" in Kantine, Catering, Pflege — im Unterschied zur Speisekarte im Restaurant.

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