Mehrwertsteuer in der Gastronomie 2026: 7 % auf Speisen — was jetzt gilt

Mehrwertsteuer in der Gastronomie 2026: 7 % auf Speisen — was jetzt gilt

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GastroDok-Redaktion — geprüft anhand der im Artikel zitierten Gesetze und Primärquellen.

In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2026 für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 %, ohne Befristung (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG); Getränke unterliegen grundsätzlich weiter 19 %. Wichtig für die Praxis: Die Kasse muss Warengruppen sauber trennen, ein falsch mit 19 % ausgewiesener Steuersatz wird trotzdem geschuldet (§ 14c Abs. 1 UStG).

Wie sich der neue Steuersatz sauber in Kasse und Buchhaltung abbilden lässt, zeigt der Ratgeber Kassenführung nach GoBD.

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Das Wichtigste in Kürze

Für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen mit Ausnahme der Abgabe von Getränken gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG); die Vorschrift enthält keine Befristung. Er gilt seit dem 1. Januar 2026 (BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2025). Getränke unterliegen grundsätzlich weiter dem Regelsatz von 19 %; für einzelne Getränke, etwa bestimmte Milchgetränke, gelten Ausnahmen nach Anlage 2 UStG.

Was sich zum 01.01.2026 geändert hat

Der Gesetzgeber hat den Steuersatz auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen ohne Befristung auf 7 % gesenkt und in den neuen § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG geschrieben. Anders als in den Corona-Jahren 2020 bis 2023 gibt es diesmal keine Befristung. Getränke unterliegen grundsätzlich weiter dem Regelsatz von 19 %, im Lokal wie außer Haus; für einzelne Getränke, etwa bestimmte Milchgetränke, gelten Ausnahmen nach Anlage 2 UStG (siehe Tabelle).

Für die tägliche Abrechnung heißt das: Zwei Steuersätze in derselben Rechnung sind ab sofort der Normalfall — Küche 7 %, Getränke 19 %. Wer das im Kassensystem nicht sauber trennt, weist am Ende auf dem Bon zu viel oder zu wenig Steuer aus. Ein auf dem Kassenbon oder auf der Rechnung falsch ausgewiesener Steuersatz wird nach § 14c UStG grundsätzlich vom Finanzamt geschuldet — auch dann, wenn er zu hoch ist. Netto-, Brutto- und Steuerbetrag für beide Sätze lassen sich vorab mit dem MwSt-Rechner für die Gastronomie prüfen. Wie sich die Umsatzsteuer in die übrigen Abgaben des Betriebs einfügt, zeigt der Überblick Steuern in der Gastronomie.

Die Steuersätze im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Konstellationen zusammen — im Lokal, außer Haus, Getränke und die Sonderregeln zu Milchmischgetränken und Kombiangeboten. Grundlage sind § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG, Anlage 2 UStG und das BMF-Schreiben vom 22.12.2025. Die Tabelle ersetzt keine steuerliche Beratung, gibt aber den Regelrahmen für die Kassenprogrammierung.

Stand der Prüfung: 12. Oktober 2026
LeistungSteuersatzGrundlage
Speisen im Lokal7 %§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG
Speisen außer Haus / Lieferung7 %§ 12 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Anlage 2 UStG
Getränke im Lokal (Kaffee, Bier, Wein, Wasser)19 %Regelsatz § 12 Abs. 1 UStG
Milch / Milchmischgetränke ≥ 75 % Milchanteil außer Haus7 %Anlage 2 UStG
Kombiangebot (Menü mit Getränk, Buffet)Splittung: Getränkeanteil pauschal 30 % à 19 %, Rest 7 %BMF-Schreiben v. 22.12.2025, Abschn. 10.1 Abs. 12 UStAE (Verwaltungsauffassung)
Hotel-Pauschale (Übernachtung mit Frühstück)Nicht begünstigter Anteil pauschal 15 % à 19 %BMF-Schreiben v. 22.12.2025, Abschn. 12.16 Abs. 12 Satz 2 UStAE (Verwaltungsauffassung)

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Kombiangebote und Gutscheine sauber abbilden

Nach Auffassung der Finanzverwaltung dürfen bei Pauschalangeboten, die auch Getränke enthalten (z. B. Buffet, All-inclusive-Angebote), 30 % des Pauschalpreises als Getränkeanteil mit 19 % angesetzt werden, der Rest unterliegt 7 % (BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2025, Abschn. 10.1 Abs. 12 UStAE; Verwaltungsauffassung, keine Gesetzesnorm). Bei Hotel-Pauschalen setzt die Finanzverwaltung den nicht begünstigten Anteil pauschal mit 15 % an (Abschn. 12.16 Abs. 12 Satz 2 UStAE). Wer genauer rechnen will, darf das — muss die tatsächliche Aufteilung dann aber belegen können.

Die Aufteilung für Ihr eigenes Buffet oder Menü rechnet der kostenlose Kombiangebot-Rechner aus.

Gutscheine folgen der gewohnten Systematik: Einzweck-Gutscheine aus 2025 (Steuersatz stand bei Ausgabe fest) bleiben bei 19 %, auch wenn der Gast sie 2026 einlöst. Mehrzweck-Gutscheine werden erst bei Einlösung besteuert — dann automatisch mit dem 2026er Satz. Diese Unterscheidung gehört in die Kassendokumentation, damit die Zuordnung im Fall einer Betriebsprüfung nachvollziehbar bleibt.

Kassenumstellung: die Checkliste

Der operative Kern liegt in der Kasse. Warengruppen müssen nach Steuersatz getrennt sein, der Bon-Ausweis muss stimmen, und für Kombi-Artikel und Gutscheine braucht es klare Regeln. Die folgende Checkliste fasst die Punkte zusammen, die vor der ersten Bon-Ausgabe im Januar 2026 stehen sollten — und gehört dokumentiert in die Verfahrensdokumentation nach GoBD.

BereichTo-do
WarengruppenSpeisen (7 %) und Getränke (19 %) technisch getrennt anlegen; Milchmischgetränke separat markieren
Bon-AusweisSteuerbeträge je Steuersatz getrennt ausweisen; falsch ausgewiesene 19 % werden geschuldet (§ 14c UStG)
Kombi-ArtikelMenü / Buffet als Split-Artikel: 30 % Getränkeanteil à 19 %, 70 % Speisen à 7 %
Gutschein-HandlingEinzweck-Gutscheine aus 2025 als 19 % kennzeichnen; Mehrzweck-Gutscheine erst bei Einlösung besteuern
DATEV-KontenErlöskonten für Speisen 7 % und Getränke 19 % trennen; Kombi-Splittung im Kontenplan hinterlegen
VerfahrensdokumentationUmstellungsprotokoll und Kassenkonfiguration schriftlich dokumentieren (GoBD)

Die Details zur Kassenpflicht und zur Verfahrensdokumentation stehen im Ratgeber Kassenführung nach GoBD und im Kassenbuch mit Vorlage.

Für die Bewirtung von Geschäftsgästen braucht der Gast zusätzlich zur Rechnung einen Bewirtungsbeleg; welche Angaben Rechnung und Beleg tragen müssen, zeigt die Seite Bewirtungsbeleg Vordruck (PDF).

Aktuelle Branchenkennzahlen mit Quellen: Gastronomie in Zahlen 2026.

Kalkulations-Effekt: Preis halten oder senken?

Wer die Bruttopreise unverändert lässt, verdient je Speise rund 11 % mehr netto — der Steuervorteil bleibt vollständig im Betrieb. Wer die Preise senkt, gibt den Vorteil an den Gast weiter. Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist meist ein Mittelweg: Preise halten, dafür Wareneinsatz und Personalkosten neu kalkulieren und die Marge sichtbar verbessern.

GerichtBrutto 2025 (19 %)Netto 2025Brutto 2026 (7 %)Netto 2026 (Preis gehalten)
Beispiel Hauptgang15,00 €12,61 €15,00 €14,02 €

Der genaue Effekt hängt von Ihrer Speisen-Getränke-Mix, dem Wareneinsatz und der Personalquote ab. Für die saubere Neurechnung führt kein Weg an einer aktualisierten Kalkulation vorbei — siehe Kalkulation Gastronomie und Speisenkalkulation im Detail. Die Getränkekarte sollten Sie parallel prüfen — Ansatzpunkte im Guide Getränkekalkulation.

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Kalkulation nach der Steuersenkung neu rechnen

Rechtsstand: § 12 UStG geprüft am 12. Oktober 2026. Keine Steuerberatung. Primärquellen: § 12 UStG, BMF-Schreiben v. 22.12.2025 , Anlage 2 UStG.

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Häufige Fragen

Welcher Mehrwertsteuersatz gilt 2026 in der Gastronomie in Deutschland für Speisen und Getränke?
Für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen mit Ausnahme der Abgabe von Getränken gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG); die Vorschrift enthält keine Befristung. Er gilt seit dem 1. Januar 2026 (BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2025). Getränke unterliegen grundsätzlich weiter dem Regelsatz von 19 %; für einzelne Getränke, etwa bestimmte Milchgetränke, gelten Ausnahmen nach Anlage 2 UStG.
Ist der 7 %-Satz auf Speisen jetzt dauerhaft oder wieder befristet?
Ohne Befristung. Anders als die Corona-Regelung 2020–2023 enthält § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen keine zeitliche Befristung. Getränke unterliegen grundsätzlich weiter 19 %.
Wie rechne ich ein Menü mit Getränk ab?
Kombiangebote wie Buffet, Menü mit Getränk oder Hotel-Pauschale müssen gesplittet werden. Nach Auffassung der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 22.12.2025) darf der Getränkeanteil pauschal mit 30 % des Pauschalpreises angesetzt und mit 19 % versteuert werden; die Speisen mit 7 %. Für Hotel-Pauschalen setzt die Finanzverwaltung 15 % als nicht begünstigten Anteil an.
Was passiert mit Gutscheinen aus 2025?
Einzweck-Gutscheine, die 2025 ausgegeben wurden, bleiben bei 19 % — die Steuer entsteht bereits bei Ausgabe. Mehrzweck-Gutscheine werden erst bei Einlösung besteuert und laufen dann automatisch mit dem 2026er Steuersatz (7 % auf Speisen, 19 % auf Getränke).
Muss ich meine Preise jetzt senken?
Nein, es besteht keine Pflicht zur Preissenkung. Wer die Bruttopreise unverändert lässt, erhöht den Nettoerlös je Speise um rund 11 %. Das ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, muss aber sauber in der Kalkulation und in der Kasse abgebildet werden.

Quellen

Rechtsstand der Prüfung: siehe Aktualisierungsdatum oben. Externe Links führen zu den amtlichen Fassungen.

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