Lieferando-Alternative: Welche Optionen Gastronomen wirklich haben

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GastroDok-Redaktion — geprüft anhand der im Artikel zitierten Gesetze und Primärquellen.

Marktplätze wie Lieferando bringen Bestellungen, kosten aber eine umsatzabhängige Provision laut Anbieter und stellen sich zwischen Sie und Ihre Gäste. Dieser Ratgeber ordnet die realistischen Alternativen ein — mit ihren Stärken, ihren Kosten­treibern und den Fällen, in denen die Plattform trotzdem die vernünftigere Wahl bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

Eine echte Lieferando-Alternative ist selten ein einzelnes Werkzeug, sondern eine Kombination: ein anderer Marktplatz für Reichweite, ein eigenes Bestellsystem für margenstarke Stammgast-Bestellungen, ein konsequenter Abholfokus und gepflegte Direktkanäle wie Google-Profil und QR-Speisekarte. Wer Reichweite noch aufbauen muss, fährt anfangs meist zweigleisig — und verlagert Stammgäste Schritt für Schritt auf eigene Kanäle.

Warum Gastronomen nach Alternativen suchen

Der häufigste Auslöser ist die Marge. Marktplätze rechnen üblicherweise umsatzabhängig ab: Je mehr Sie über die Plattform verkaufen, desto mehr Provision fließt ab — gerade bei Gerichten mit ohnehin knappem Deckungsbeitrag. Was am Ende bleibt, sehen Sie erst, wenn Sie Wareneinsatz, Verpackung und Personalzeit gegenrechnen; unsere Übersicht zum Deckungsbeitrag hilft dabei.

Der zweite Punkt ist die Datenhoheit. Bestellhistorie, Adresse und E-Mail-Adresse Ihrer Gäste liegen bei der Plattform, nicht bei Ihnen. Sie können also weder gezielt reaktivieren noch messen, wer Stammgast ist. Damit hängt zusammen: Der Gast gehört im Zweifel der Plattform. Er öffnet die App, nicht Ihre Website — und findet dort auch den Wettbewerb in der Nachbarstraße.

Dritter Punkt ist die Abhängigkeit von der plattforminternen Sichtbarkeit. Ranking, Sortierung und beworbene Platzierungen bestimmt der Anbieter. Wer dort nach unten rutscht, verliert Bestellungen, ohne selbst etwas geändert zu haben.

Option 1: Ein anderer Lieferdienst-Marktplatz

Der einfachste Wechsel ist der zu einer anderen Plattform. Je nach Region sind mehrere Anbieter aktiv, teils mit regionalem Zuschnitt oder mit einem Modell, das stärker auf Selbstlieferung setzt. Der Vorteil: Sie behalten die Reichweite eines Marktplatzes und müssen keine eigene Nachfrage aufbauen.

Der Nachteil bleibt strukturell derselbe: Auch dort zahlen Sie eine umsatzabhängige Provision laut Anbieter, und die Gästebeziehung liegt weiter bei der Plattform. Konkrete Prozentsätze nennen wir bewusst nicht — sie unterscheiden sich nach Modell (mit oder ohne Lieferung durch den Anbieter), nach Region und nach Vertragsstand, und sie ändern sich laufend. Lassen Sie sich die Konditionen schriftlich geben und rechnen Sie sie auf Ihr tatsächliches Bestellvolumen um.

Prüfen Sie außerdem Kündigungsfristen und Exklusivitätsklauseln, bevor Sie parallel auf zwei Plattformen listen.

Option 2: Eigenes Bestellsystem auf der eigenen Website

Ein eigener Bestell-Shop ist die margenstärkste Variante: keine umsatzabhängige Plattformprovision, dafür in der Regel eine monatliche Systemgebühr und Zahlungsgebühren des Payment-Anbieters. Die Kundendaten bleiben bei Ihnen, Sie können Aktionen selbst steuern und die Gästebeziehung aufbauen.

Die ehrliche Einschränkung: Ein Shop erzeugt keine Nachfrage. Er konvertiert Nachfrage, die Sie bereits haben. Betriebe mit gutem Google-Profil, aktiver Stammkundschaft und Laufkundschaft schaffen den Umstieg deutlich leichter als Neueröffnungen ohne Reichweite. Planen Sie außerdem Zeit für Pflege ein: Öffnungszeiten, Verfügbarkeiten, Sonderaktionen und Support bei Zahlungsproblemen liegen dann bei Ihnen.

Vor der Entscheidung lohnt eine nüchterne Rechnung: Welchen Anteil Ihres Plattformumsatzes würden Sie realistisch behalten, wenn Sie morgen abschalten? Alles unter der Hälfte spricht dafür, zunächst zweigleisig zu fahren.

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Option 3: Abholung stärken statt liefern

Abholung ist die unterschätzte Alternative. Es entfallen Fahrer, Lieferzeitfenster und ein Teil der Verpackungskosten, und die Bestellung läuft ohne Marktplatz. Für viele Küchen ist Abholung außerdem planbarer, weil die Qualität nicht vom Transportweg abhängt.

Praktisch heißt das: klare Abholzeiten kommunizieren, einen festen Abholplatz im Lokal einrichten, Bestellannahme per Telefon oder Nachricht strukturieren und die Karte digital verfügbar machen. Wer Verpackungskosten und -pflichten im Blick behalten will, findet die Details in unserem Beitrag zur Verpackungssteuer.

Option 4: Direktkanäle ausbauen — Google-Profil und QR-Karte

Der günstigste Kanal ist der, den Sie schon haben. Ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit korrekten Öffnungszeiten, Fotos, Speisekartenlink und beantworteten Bewertungen bringt Bestellungen und Reservierungen, ohne dass eine Provision anfällt. Wie Sie auf Bewertungen professionell reagieren, zeigen unsere Antwortvorlagen.

Der zweite Direktkanal ist die eigene digitale Karte. Ein QR-Code am Tisch, im Schaufenster oder auf der Verpackung führt auf Ihre Seite — nicht in eine App. Sie steuern Inhalt, Preise und Kennzeichnung selbst und ändern sie ohne Neudruck. Details und Preise stehen auf der Seite QR-Code-Speisekarte erstellen.

Dazu kommen die klassischen Kanäle: Telefonbestellung, Nachrichten-Apps, ein Newsletter für Stammgäste und der Hinweis auf der Rechnung. Keiner davon ersetzt einen Marktplatz allein, in Summe verschieben sie aber den Anteil provisionsfreier Bestellungen spürbar.

Wann Lieferando trotzdem die richtige Wahl ist

Es wäre unehrlich, die Plattform pauschal abzuschreiben. Sie liefert genau das, was ein neuer oder wenig sichtbarer Betrieb nicht hat: Reichweite auf Knopfdruck. Wer gerade eröffnet hat, in einer Seitenstraße ohne Laufkundschaft sitzt oder gezielt schwache Wochentage füllen will, bekommt über den Marktplatz Bestellungen, die sonst nicht stattfänden.

Auch operativ hat die Plattform Vorteile: Bestellannahme, Bezahlung und je nach Modell die Auslieferung sind organisiert. Diese Leistung bezahlen Sie mit der Provision — und für Auslastungslücken kann das betriebswirtschaftlich richtig sein, solange die Bestellung Ihren Deckungsbeitrag noch positiv lässt.

Die pragmatische Haltung lautet deshalb: Plattform als Reichweitenkanal für Neukunden, Direktkanäle für Stammgäste. Messen Sie beides getrennt und beobachten Sie über einige Monate, wie sich der Direktanteil entwickelt.

So gehen Sie der Reihe nach vor

Erstens: Rechnen. Welcher Anteil Ihres Umsatzes läuft heute über die Plattform, welcher Deckungsbeitrag bleibt nach Provision, Wareneinsatz und Verpackung? Zweitens: Direktkanäle in Ordnung bringen — Google-Profil, Website mit klarer Bestellinformation, digitale Karte. Drittens: Stammgäste gezielt umlenken, etwa mit einem Hinweis in der Tüte oder einem kleinen Vorteil bei Direktbestellung; prüfen Sie dabei Ihre Plattformverträge. Viertens: Erst wenn der Direktanteil trägt, über ein eigenes Bestellsystem entscheiden.

Wer den Umstieg als Prozess über mehrere Monate plant statt als Stichtag, riskiert weniger Umsatzeinbruch. Und wer die betriebswirtschaftlichen Zahlen ohnehin sauber führt, sieht früher, ob sich der Wechsel rechnet — dabei hilft unser Controlling-Dashboard.

Eigenes Bestellsystem: auf die Warteliste

Ein eigenes Bestellsystem für Abholung ist bei GastroDok in Arbeit. Tragen Sie Ihre E-Mail ein, dann melden wir uns, sobald es startet.

Nur eine Nachricht zum Start, kein Newsletter. Abmeldung jederzeit möglich.

Heute schon machbar: die digitale QR-Speisekarte

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Häufige Fragen

Warum suchen Gastronomen nach einer Lieferando-Alternative?
Meist aus drei Gründen: die umsatzabhängige Provision je Bestellung laut Anbieter, die fehlende Datenhoheit über Gästedaten und die Abhängigkeit von der Sichtbarkeit innerhalb der Plattform. Wer viele Bestellungen über einen Marktplatz abwickelt, verdient an jeder einzelnen weniger und kennt seine Gäste nicht.
Welche Alternativen gibt es überhaupt?
Vier Wege: ein anderer Lieferdienst-Marktplatz, ein eigenes Bestellsystem auf der eigenen Website, ein Fokus auf Abholung statt Lieferung und der Ausbau der Direktkanäle wie Google-Unternehmensprofil, Telefonbestellung, WhatsApp und QR-Speisekarte am Tisch.
Lohnt sich ein eigenes Bestellsystem?
Es lohnt sich, wenn Sie bereits Stammgäste und eigene Reichweite haben. Ohne eigene Sichtbarkeit fehlt dem Shop der Bestellstrom, den eine Plattform mitbringt. Rechnen Sie mit Aufwand für Einrichtung, Zahlung und Support — dafür entfällt die umsatzabhängige Provision und Sie behalten die Kundendaten.
Wann ist Lieferando trotzdem sinnvoll?
Wenn Sie neu am Markt sind, in einer Lage ohne Laufkundschaft sitzen oder Auslastungslücken füllen wollen. Die Plattform bringt Reichweite, die Sie sonst selbst aufbauen und bezahlen müssten. Viele Betriebe fahren zweigleisig und lenken Stammgäste schrittweise auf den Direktkanal.
Wie bekomme ich Gäste von der Plattform auf meinen eigenen Kanal?
Über Beilagen in der Lieferung (Flyer, QR-Code, Rabatt bei Direktbestellung), über ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, über die eigene Website mit klarer Bestellmöglichkeit und über den Tischkontakt im Lokal. Prüfen Sie vorher die vertraglichen Vorgaben Ihres Plattform-Anbieters.
Was kostet eine Alternative?
Das hängt vom Weg ab und ändert sich laufend: Marktplätze rechnen üblicherweise umsatzabhängig ab, Shop-Systeme meist als monatliche Gebühr plus Zahlungsgebühren. Holen Sie aktuelle Angebote direkt beim Anbieter ein und vergleichen Sie auf Basis Ihres realistischen Bestellvolumens.
Brauche ich für Abholung eine eigene Software?
Nicht zwingend. Viele Betriebe starten mit Telefon- und Thekenbestellung plus einer digitalen Karte, die Gäste vorab am Handy sehen. Software lohnt sich, sobald das Volumen die Annahme am Telefon stört.
Was ändert eine digitale Speisekarte am Bestellverhalten?
Sie ersetzt keinen Lieferdienst, gibt Ihnen aber einen eigenen digitalen Kontaktpunkt: aktuelle Preise, Tageskarte, Allergenangaben — ohne Plattform dazwischen und ohne Provision. Das ist die Vorstufe zu einem eigenen Bestellkanal.

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